Dienstag, 2. Dezember 2008

Das Wunder der Fünf-Minuten-Terrine

Die Errungenschaften unserer Gesellschaft sind vielschichtig und fragwürdig, die Krönung kommt im Plastikbecher und heißt „Spaghetti Bolognese“. Es ist ein Schauspiel des Schreckens, wie man mit einem Wasserkocher und pulveriger Masse plus Nudelandeutungen eine zähflüssige Masse zubereiten kann. Umrühren bloß nicht vergessen. Da entstehen doch tatsächlich Hackfleisch- und Karottenstücke, Nudeln, die aussehen wie gebleichte Arterien, und als Krönung eine Soße, die sich in Nullkommanichts von dürrer Plörre zu dichtem Geschmacksverstärker-Klebstoff wandelt.
Doch: ich habe schon bedeutend schlechteren Fraß in bedeutend mehr als fünf Minuten selber gekocht. Meine Variationen des Klassikers „Nudeln mit Soße“ sind zwar gelegentlich durchaus Höhepunkte der kulinarischen Improvisation, doch leider gelegentlich auch schwere Verbrechen gegen die Verdauung. Angewidert denkt man da an die Kreationen „Chilliunfall“, „Japanische Trockenfische“ und, ganz furchtbar, „Halloumiverklebung“ zurück. Insofern steht mir Kritik nur bedingt zu. Ich sollte vielmehr der Maggi GmbH dankbar dafür sein, mir eine kostengünstige kleine und schnelle Mahlzeit zur Verfügung zu stellen, damit ich in Zeiten der Not und Faulheit nicht Hunger leiden muss. Danke Maggi GmbH.

Kommentare:

Henning Pfeifer hat gesagt…

Deine primitiven Kochversuche sind bestimmt leckerer als dieser Glutamat-Scheiß...

der hassbeauftragte hat gesagt…

Glutamat ist das Crack der Küche. Die Gewürzdroge des einfachen Mannes...

Kottan hat gesagt…

Ich will gar nicht wissen, was meine Franzosen zu diesem Beitrag sagen würden!
Wobei es eine Mär ist, dass alle Franzosen kochen können. Nörgeln ja, aber kochen nein.
Zudem essen Franzosen stark vergammelten Käse, womit die französische Küche meiner Meinung nach nicht nur zur weitentwickelsten sondern auch zur pervertiertesten gehört.

Zum Glück gibt's Maggi.